Bundesnetzagentur nutzt Gilytics Pathfinder

Bundesnetzagentur

Klimaneutralität

Die Bundesregierung hat zum Ziel, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen hat sie unter anderem Massnahmen beschlossen, um den Stromnetzausbau zu beschleunigen. So sollen zukünftig für HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung) Vorhaben ohne Bündelungsoptionen von der Bundesnetzagentur sogenannten Präferenzräume definiert werden. Um diese Präferenzraumermittlung durchzuführen wird die Bundesnetzagentur die Software Pathfinder der Firma Gilytics anwenden.

Netzentwicklungsplan

Alle zwei Jahre definieren in Deutschland (dies ist in anderen Ländern ähnlich geregelt) die Übertragungsnetzbetreiber einen sogenannten Netz­entwicklungs­plans (NEP). Im NEP werden aufgrund von verschiedenen Annahmen zu Stromproduktion und Stromverbrauch Ausbau­maßnahmen für das zukünftige Stromnetz beschrieben (z.B. Neubau von Stromleitungen).

Die Ausbau­maßnahmen aus dem NEP bringen in der Umsetzung Aus­wirkungen auf die Umwelt mit sich. Welche Umwelt­belastungen das sein können, das hält die Bundes­netz­agentur im Rahmen der Strategische Umwelt­prüfung (SUP) des Bundes­bedarfs­plans in einem Umwelt­bericht fest.

Neu ist, dass die Übertragungs­netz­betreiber Gleichstrom-Erd­kabel­vorhaben des Netz­entwicklungs­plans benennen, für die sogenannte Präferenz­räume zu ermitteln sind. Diese Präferenz­räume sind in der SUP zum Bundes­bedarfs­plan anschließend als Unter­suchungs­raum der jeweiligen Vorhaben zugrunde zu legen.

Präferenzraumermittlung

Im Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) ist im § 3 Absatz 10 ein Präferenzraum folgendermassen definiert: „Präferenzraum“ ein durch die Bundesnetzagentur ermittelter und dem Umweltbericht nach § 12c Absatz 2 des Energiewirtschaftsgesetzes zugrunde gelegter Gebietsstreifen, der für die Herleitung von Trassen im Sinne des § 18 Absatz 3c besonders geeignete Räume ausweist.

Ein Präferenzraum ist ein etwa fünf bis zehn Kilometer breiter Gebietsstreifen zwischen dem Anfangs- und Endpunkt eines Vorhabens. Innerhalb dieses Streifens wird im Laufe der folgenden Planfeststellung der genaue Verlauf der Leitung bestimmt. Bei der Festlegung des Präferenzraumes wird darauf geachtet, dass es möglichst wenige Konflikte gibt. Konflikte können beispielsweise Siedlungen, Naturschutzgebiete oder Flüsse sein. Präferenzräume werden von der Bundesnetzagentur für neue HGÜ-Vorhaben (ab dem NEP 2023-2037) ermittelt und bilden die Grundlage für den Umweltbericht zum Bundesbedarfsplan.

Die Methode zur Ermittlung von Präferenz­räumen wurde von der Bundes­netz­agentur entwickelt und ist im Ent­wurf des Unter­suchungs­rahmens beschrieben. Sie orientiert sich an der Strukturierung des Unter­suchungs­raums, wie sie bisher in den Bundes­fach­planungs­verfahren durchgeführt wurde, und basiert auf einer GIS-gestützten Wider­stands-Entfernungs-Analyse. Dafür wird die speziell für die Planung von Strom­leitungen entwickelte Anwendung Path­finder von Gilytics eingesetzt. Zudem ist eine fach­planerische Über­prüfung der automatisiert ermittelten Präferenz­räume geplant. Ziel ist es, Bereiche zwischen den Netz­verknüpfungs­punkten abzugrenzen, die für eine spätere Trassierung in den Plan­feststellungs­verfahren geeignet und möglichst konflikt­arm sind.

Mehr zu diesem Thema siehe hier: https://www.netzausbau.de/Wissen/Ausbaubedarf/Umweltbericht/de.html